Energieinformationen

Auf Erfolgskurs: Moderne Gaskamine (06.01.2020)

Die Nachfrage nach Gaskaminen steigt weiterhin an. In einem vielbeachteten Vortrag auf dem Ofenforum der diesjährigen ISH erläuterte Martin Bauer, Geschäftsführer von DRU, die Vorzüge dieser Geräte und erklärte, was einen guten Gaskamin ausmacht und welche Herausforderungen sich bei der Installation ergeben. Hier eine Zusammenfassung:

 

Bis 2003 lag der Anteil der Gaskamine an den Feuerstätten in Deutschland unter 1 %. Mangelnde Bekanntheit in der Bevölkerung sorgte für fast völlige Bedeutungslosigkeit der Produktgruppe. Die wenigen Impulse aus der Hotel- und Gastronomiebranche scheiterten oftmals an der schlechten Distribution in Deutschland. Seit einigen Jahren jedoch ist das Verbraucherinteresse an Gaskaminen enorm gestiegen. Es war noch niemals so groß wie jetzt. Gaskamine dürften derzeit in der Heizungsbranche das Produkt mit dem höchsten prozentualen Wachstum sein. Diese neue Situation lässt sich zum einen auf eingeleitete PR-Kampagnen der Hersteller zurückführen, zum anderen sind veränderte Rahmenbedingungen dafür verantwortlich.

 

Veränderte Rahmenbedingungen

Da wäre zum einen die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung: Die Generation 50+ gehört zu den interessantes ten Käuferschichten. Ein solider finanzieller Background ermöglicht die anspruchsvolle Gestaltung des persönlichen Wohnumfelds. Lifestyle und Luxus sind gefragt, das Interesse an Ambiente und Komfort ist deutlich gestiegen. Stress, Hektik und wachsende Belastungen im Alltag fördern die allgemeine Sehnsucht nach Komfort und Bequemlichkeit im privaten Umfeld. In diesem Zusammenhang ist Gasfeuer auf Knopfdruck allemal attraktiver als Holzhacken und regelmäßiges Kaminreinigen. Zumal der Trend zur Stadt geht und damit zur Eigentumswohnung. Dazu kommt die Sensibilisierung für Umweltfragen. Die emotional geführte Feinstaub- und Stickoxiddiskus sion hat Holzkamine in Verruf gebracht.

 

Gemeinsamkeiten moderner Gaskamine

Alle modernen Gaskamine haben standardmäßig eine Fernbedienung. Sie sind mit realistischen Holznachbildungen ausgerüstet und auch ihr Flammenspiel ist dem von Holzkaminen täuschend ähnlich. Die Benutzer können auf mehrere Sicherheitsmechanismen vertrauen. Die Installation ist einfach zu bewerkstelligen (z. B. mit Einbaurahmen). Alle Geräte sind werkseitig richtig eingestellt (Gasdruck usw.), haben eine gemeinsame Prüfung von Kamineinsatz und Rauchrohrsystem und sind CE-zertifiziert.

 

Energielabel

Moderne Gaskamine – mit Erdgas oder Propan betrieben – haben Im Gegensatz zu früher einen hohen Wirkungsgrad und spenden auch behagliche Wärme. Um ein Wohnzimmer von durchschnittlicher Größe in einem gut isolierten Haus zu beheizen, reicht ein Gerät mit einer Leistung von nur 3 bis 4 kW. Seit dem 1.1.2018 müssen alle Gasheizgeräte, die in der EU verkauft werden, mit einem Energielabel ausgerüstet werden. Holzbrand-Kamine erreichen in der Regel die Energieeffizienzklasse „A++“. Der maximal erreichbare Wert für Gasgeräte ist „A“. Dabei gibt es jedoch herstellerabhängig große Unterschiede.

 

Rauchrohrsysteme

In Europa werden fast ausschließlich Geräte mit Rauchrohrsystem geprüft . Der Verkauf erfolgt nur in Kombination nach Vorgaben der Hersteller. Hersteller übernehmen die Funktionsgarantie nur mit geprüften Systemen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern setzt DRU auf ein eigenes System des holländischen Fabrikats M&G.

 

Freie Standortwahl

Alle modernen Gaskamine arbeiten mit einem LAS (Luft -Abgas-Schornstein), bei dem die Verbrennungsluft und die Abgase in einem konzentrischen System auf Naturzugbasis geführt werden. Wenn dies nicht ausreicht, kann die Abluft mit motorisierten Abluftsystemen wie dem DRU PowerVent® 2.0 über Rohre auch waagerecht und verwinkelt ins Freie transportiert werden – gegebenenfalls durch Keller, Kriechböden oder Nebenräume.

Wege von bis zu 60 m zwischen Kamin und Luftauslass sind möglich. Mit Flaschengas als Brennstoff ist man bei der Aufstellung auch unabhängig vom Gasanschluss. So können selbst freistehende Kaminlösungen realisiert werden.

 

Steuerungen

Als Steuerung sind zwei verschiedene Systeme im Einsatz. Zum einen der Mertik Steuerblock (RCE), eine seit Jahrzehnten bewährte Regeleinheit mit analoger Technik. Sie wird mit Batterie oder Steckernetzteil betrieben. Eine Pilotflammme setzt den Brenner zeitversetzt in Brand. Bus-Systemanbindung ist möglich.

Die zukunftssichere Alternative ist der digital aufgebaute Honeywell Steuerblock (RCH). Er kann an bestehende Haussteuerungen angebunden werden. Energieeinsparung und Flammenbild sind via App individuell regelbar. Der Steuerblock funktioniert im Netzspannungsbetrieb bei 230 V. Nach dem Ionisationsprinzip wird der Brenner ohne Verzögerung gestartet. Auch die wartungsarme Technik ohne Verschleißteile spricht für die digitale Steuerung. DRU ermöglicht mit seiner kostenlosen Control App „Eco Wave“ (für IOS und Android) ein natürliches, dem Holzbrand ähnliches Flammenbild auch bei geringer Leistung. Mithilfe der intelligenten Fernbedienung mit Thermostatfunktion (Modulationshöhe und zeitlicher Wechsel) kann das Flammenspiel individuell eingestellt werden. Ebenso der gewünschte Wärmebedarf und die Energieerrsparnis (bis zu 60 %).

 

Brenner

Ausschlaggebend für die Form des Feuers ist die Art des Brenners. Schlangenförmige Bodenbrenner erzeugen zickzackförmig angeordnete Flammen, hintereinander angeordnete lineare Brenner (3-D-Brenner) vermitteln Tiefe in den trendigen langgestreckten Flachkaminen. Für besonders naturalistische, voluminöse Flammen sorgen sogenannte „Prestige-Brenner“ – innovative 2-Stufen-Brenner, bei denen das Gas unterhalb der schräg gestellten Holzscheite entweicht und diese mit schönen Flammen umspielt.

 

Bedienerfreundliche Reinigung

Die Qualität eines Modells zeigt sich auch an seiner Bedienerfreundlichkeit. Bei älteren, günstigeren oder einfachen Gas kamineinsätzen kann die Reinigung der Scheibe nur von einer Fachfirma ausgeführt werden, da das Glas mit Saugnäpfen herausgehoben werden muss. Moderne Gaskamineinsätze verfügen über einen Klapp- oder Schwenkmechanismus für die Tür. So können die ein bis zwei Reinigungen im Jahr einfach und problemlos durchgeführt werden.

 

Ausgestaltung

Nicht sparen sollte man bei der Auswahl des Glases: Entspiegelte Gläser treten optisch zurück und behindern nicht durch Reflexionen den Blick in die Flammen. So entsteht die Illusion, man würde direkt in offenes Feuer schauen. Eine umfangreiche Auswahl an Brennkammerrückwänden und Dekorationsmaterial (Holzscheitimitate, Kiesel, Glas etc.), Rahmen und Umrandungen eröffnet individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Die Zukunft des Gaskamins

Das Gasfeuer soll ein möglichst naturgetreues Abbild des Holz feuers sein. Das ist der aktuelle Trend, das ist es, was der Endkunde kauft. Über animierte LED oder RGB wird das Glutbett eines Holzfeuers simuliert, selbst Funkenflug lässt sich schon imitieren. Sicherlich wird es bald auch Sound- und Rauch-Imitationen geben.

Neue Gasarten wie Biogas kommen auf den Markt und rücken damit Gaskaminöfen noch mehr in den Fokus des Endverbrauchers. Und aus ökologischen Gründen werden die Hersteller sparsamere Gasbrenner entwickeln, die mit geringeren Gasmengen auskommen.

 

Foto: DRU

Quelle: Flüssiggas - Zeitschrift für die Energie

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